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Heute erscheint unsere Broschüre „ und “!

In diesem Thread fassen wir kurz das Wichtigste zusammen: Wie sehr sollte für die Klimawende auf Wasserstoff & Importe gesetzt werden? Was hat das mit Klimagerechtigkeit zu tun, was mit Erdgas + ? 1/12

Wasserstoff ist gerade sehr in Mode: Das Gas H2 wird als Schlüssel zur Energiewende in der Industrie gehandelt. Wasserstofflösungen werden in diversen Sektoren erforscht. Aktuell wird Wasserstoff auch als Erdgas-Ersatz beworben & Ausbauziele dafür verschärft. 3/12

Und tatsächlich: „Grüner“ Wasserstoff aus 100% erneuerbaren Energien kann zu einer klimagerechten Wirtschaft beitragen, WENN sein Einsatz begrenzt und die Verwendungsbereiche klar politisch priorisiert werden. 4/12

Doch bei dem von Industrie, EU + Bundesregierung geplanten massiven Wasserstoffhochlauf drohen klimaschädliche Effekte – der vorgesehene Bedarf wird auf absehbare Zeit nicht „grün“ zu decken sein. 5/12

Andere Wasserstoffvarianten – blauer oder türkiser aus Erdgas mit CO2-Abscheidung etwa, oder konventioneller grauer aus Erdgas – sind vor allem fossile Scheinlösungen. 6/12

Wegen starker Umwandlungsverluste sollte Wasserstoff nicht in direkt elektrifizierbaren Sektoren verschwendet werden – und wegen begrenzter Verfügbarkeit nicht für Luxusanwendungen wie Flugverkehr oder Sportwagen, von denen nur Wenige profitieren. 7/12

Neue Erdgasnetze werden derzeit als „H2-ready“ (einfach auf Wasserstoff umrüstbar) legitimiert: starke Übertreibung, die fossilen Lock-in bedeuten könnte. Umrüstung ist teuer bzw. funktioniert z.T. nur für Folgeprodukte wie Ammoniak, oder als Beimischung zu fossilem Erdgas. 8/12

Geplante Wasserstoffexport-Megaprojekte im globalen Süden drohen koloniale Ungerechtigkeiten fortzusetzen: Ressourcen wie Geld, Flächen, Süßwasser und Rohstoffe werden für Wachstum der europäischen Industrie reserviert statt für lokale, demokratische Energiewende. 9/12

Starke gesetzliche Regelungen müssen solche Entwicklungen verhindern. So werden Importe nur begrenzt möglich sein. Wasserstoff erspart nicht den gezielten industriellen Rückbau, den wirklich sozial-ökologische Wirtschaft in D verlangt.
first, hydrogen second! 10/12

Bei Protesten gegen den -Ausbau wie bald rund ums @SystemChange_C in Hamburg lohnt es sich also, auch den geplanten Wasserstoffhochlauf mitzudenken: Der hängt eng mit Gaspolitik zusammen, ist aber keine magische Lösung für Klimaneutralität. 11/12

Mehr dazu, inkl. Ansätzen für soziale Bewegungen, in unserer neuen Broschüre. Unterstützt durch @PowerShift_eV @350Deutschland @GasExit @movement_hub @StayGroundedNet & mit einem Gastbeitrag von @JohannaVanF & @_tobiaskalt 12/12

@Konzeptwerk
Interessante Broschüre, danke!

Darf ich noch auf etwas hinweisen, was kaum beachtet wird, nämlich dass H2 ein sekundäres Treibhausgas ist. D.H. es reagiert mit Hydroxylradikalen, die für den Methanabbau in der Luft wichtig sind, und erhöht so indirekt den Methangehalt.

Wie groß dieses Problem ist, ist noch nicht gut erforscht, aber man sollte das m.E. kritisch beobachten und auch mehr bekannt machen.

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