Mir fehlt die gesellschaftliche Diskussion darüber, ob wir eigentlich wollen, dass alle eine 'Digitale Identität' haben, die eindeutig einer Person zugeordnet werden kann.

Das scheint unaufhaltbar, das ganze Konzept ist weit fortgeschritten, aber ich finde nicht, dass es eine Selbstverständlichkeit ist.

Ja, auch wegen der deutschen Geschichte.

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@anneroth Wenn ich digitale Identität höre, denke ich zuerst an das Alptraum-Thema Steuer-ID. Unter dem Vorwand der Verwaltungsvereinfachung hat man damit faktisch eine einheitliche Personenkennziffer geschaffen, die man zur digitalen Identität ausbauen kann. Für die gab es schon zwei Big-Brother-Awards von @digitalcourage (2007 und 2020). Ich bin - wie viele andere auch - der Meinung, dass das nicht mit dem Volkszählungsurteil des BVerfG von 1983 vereinbar ist.

Über das Anfang 2021 beschlossene Registermodernisierungsgesetz will man die Steuer-ID nun benutzen, um Datenbestände von vielen bisher dezentralen Registern (Kfz-Register gesetzliche Versicherungen, Melderegister, Waffenregister etc.) zusammenzuführen. Damals wurde zwar ein paar Absicherungen wie 4-Corner-Modell, Vermittlungsstellen, Datencockpit etc. ins Gesetz eingebaut. Aber der Weg zur digitalen Identität ist geebnet – ohne dass es eine breite gesellschaftliche Diskussion gab (von ein paar wenigen Experten abgesehen).

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