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Jetzt hat schon jede.r, der/die nicht aufs Impfen als alleinige Maßnahme und auf Zwang statt Aufklärung setzt, "krude Ansichten".
Hab die Sendung nicht gesehen, aber ich schätze Frau Flaßpöhler und was im Text steht, wirkt auf mich nicht sonderlich krude. sueddeutsche.de/medien/hart-ab

@reticuleena
Ich hab es gesehen. Es waren schon krude Ansichten...

@vgnpwr @reticuleena Ich habe es so gesehen: Sie war argumentativ stark, hat sich dem Thema theoretisch und dialektisch genähert. Dabei hatte sie keine Scheu, unpopuläre Positionen zumindest im Sinne des Arguments vorzubringen.

Dem sind die anderen Gäste (und Plasberg) nicht gerecht geworden. Gegen sie zu argumentieren war eine low hanging fruit, so "low", dass die Ärztin teilweise gar kein Argument in ihren Beiträgen hatte, aber Zustimmung erntete. 1/n

@vgnpwr @reticuleena Einzig Mascolo hat zwischenzeitlich auf der Ebene mitdiskutiert, Plasberg hat im Wesentlichen sabotiert. Aber es war schon ziemlich cringe, mit anzusehen, wie sie auf einer streitbaren Position steht und man ihr mit einfachen argumentativen Mitteln hätte Paroli bieten können, sich aber stattdessen dafür entscheidet sie persönlich anzugehen. 1/2

@realTimo @vgnpwr @reticuleena

fyi: Ihr wird schon mal von einem Autor einer Studie auf die sie Bezug nimmt bezüglich deren Darstellung widersprochen. In dem Fall waren die Argumente nicht so super. twitter.com/ProfReinemann/stat

@perspektivbrocken @vgnpwr @reticuleena Fair enough, aber genau das hätte ich mir in den Sendung gewünscht. Ich sage nicht, dass sie Recht hat, aber man hätte eine Diskussion führen können und das ist nicht passiert.

@realTimo @vgnpwr @reticuleena
Das verstehe ich. Andererseits ist es aus eigener Erfahrung ziemlich unmöglich life alle möglichen herangezogenen Studien einzuordnen. Ist hat auch eine Grenze solcher Talk-Formate. Und Hart aber Fair ist da sicher auch besonders schlecht.

@funniemac @vgnpwr @reticuleena Guter Input - danke! Zum Beispiel "Die Rede von DEN Ungeimpften suggeriert ein unterschiedsloses Kollektiv an Dummköpfen, die gegen jede Vernunft handeln." Mit dieser Kritik hat sich schon mal recht.
@funniemac @vgnpwr @reticuleena Ich finde dieser wohl überlegte Kommentar Svenja Flaßpöhlers verdient es gut überlegt beantwortet zu werden. Ihre Grundaussage, dass nicht-geimpfte Menschen keine homogene Gruppe ist und viele Vorwürfe an diese sachlich nicht wirklich stand halten, teile ich. Und ihre Ansichten als "gefühlte Wahrheiten" und "krude Ansichten" abzutun geht gar nicht. So kann Dialog nicht funktionieren und wo kein Dialog mehr stattfindet haben wir früher oder später einen diese viel zitierten "Gräben".

Bitte trotzdem impfen gehen


Letztendlich komme ich aber dennoch zum Schluss, dass mensch sich nun zu impfen hat. Und ich begründe das so: Die Impfung wirkt leider nur so, wie sie auch gedacht war: Als Schutz gegen eine Erkrankung in Folge einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus. Die Hoffnung, sie würde auch vor der Infektion schützen, hat sich bisher eher nicht erfüllt. Somit müssen wir davon ausgehen, dass jedermensch früher oder später infiziert wird. Bei der gegebenen Rate an schweren Erkrankungen wäre jedes noch so gute Gesundheitssystem wohl auf Jahr hinaus ausgelastet. Abgesehen davon, dass sich diese Infektionswellen nicht so einfach steuern lassen, dass es dabei nicht zu temporären Überlastungen kommt.

Dazu kommt natürlich noch, dass es für die Betroffenen selber auch nicht lustig ist, so eine Erkrankung durchzustehen oder daran zu versterben. Aber gut, diesen Punkt könnten wir der Eigenverantwortung eines jeden einzelnen überlassen.

Konkretes Beispiel: Herzmuskelentzündung


Kurz noch zum Thema Herzmuskelentzündung: Sie schreibt: "Wer jung und kerngesund ist und das Risiko, die Krankheit zu durchlaufen mit dem Risiko von Impf-Nebenwirkungen – etwa einer Herzmuskelentzündung – abwägen möchte, weil er oder sie mit vorherigen Impfungen vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat, handelt nicht gegen die eigene Vernunft, sondern selbstbestimmt."

In dem von ihr selbst verlinkten Artikel steht aber: "Männer zwischen 20 und 50 Jahren scheinen das höchste Risiko für eine Perikarditis zu haben." Das deckt sich mit meinen Infos, dass junge, gesunde Männer ein erhöhtes Risiko haben, sich durch die Impfung eine solche Herzmuskelentzündung einzufangen. Aber in dem gleichen Artikel steht auch: "Das Risiko einer schweren (akuten) Herzschädigung ist bei einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 offenbar merklich größer als bei einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff zum Schutz vor Covid-19. Das hat zum Beispiel die Auswertung der Daten von rund 1,7 Millionen Menschen mit und ohne Impfung aus Israel ergeben." Da wir davon ausgehen müssen, dass jeder infiziert wird, ist somit unterm Strich auch der gesunde, junge Mann gut beraten, sich impfen zu lassen. Die ganzen anderen möglichen COVID-"Nebenwirkungen" kommen da aber noch dazu.

Nichtsdestotrotz stimme ich ihrer Aussage zu, dass jemand der solche Überlegungen anstellt, weder ein Idiot noch unverantwortlich ist, sondern vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht hatte oder schlecht informiert war. Konkret würde ich diesen Personen empfehlen, sehr rasch einen Kardiologen aufzusuchen und sich dort über die Für und Wider beraten zu lassen.

#SARS-CoV-2-Virus #Impfung #Impfzwang

@ilanti
@reticuleena

1/3

Ich stimme Dir zu, dass ein polemisches Abwatschen des Kommentars von Svenja Flaßpöhler nicht in Ordnung ist und sie durchaus ein paar zutreffende Punkte macht.

Gleichwohl hatte ich nach der Lektüre das Gefühl, dass an ihrer Argumentation etwas nicht stimmt. Zum Teil liegt das - glaube ich - an einzelnen zugespitzten Aussagen und schief geratenen Beispielen. Das Kernproblem ist aber mMn, dass sie die selbst kritisierte Polarisierung eigentlich nur verschiebt - von "Geimpft gegen Ungeimpft" zu "Bürger gegen Politik" und das trägt ja in keiner Weise zu einer Lösung bei.

Dieses Unbehagen habe ich in den Debatten über den Umgang mit der Pandemie aber nicht nur bei Frau Flaßpöhler sondern ...

@ilanti @reticuleena
2/3

... bei nahezu allen Beiträgen aus "den Geisteswissenschaften", die eigentlich immer nur das Gegeneinander von individueller Freiheit und staatlichem Handeln mit unterschiedlichen Gewichtungen durchbuchstabieren. Aber das trifft ja den Kern nicht, denn wir alle sind ja der Staat und wir alle als Mitglieder der Gesellschaft müssen einen Umgang mit der Pandemie finden.

Ich lande bei meinen Überlegungen immer wieder bei einem Artikel von Jürgen Habermas, der viel grundsätzlichere Überlegungen angestellt hat und als zentralen Begriff die (staatsbürgerliche) Solidarität ganz anders definiert, als diese mE in öffentlicher(m) Diskussion und Verständnis bisher gebraucht wird:

"Das solidarische Verhalten, das Staatsbürger voneinander erwarten dürfen, wird vielmehr getragen von dem reziproken Vertrauen auf die Bereitschaft des anderen, sich in Zukunft ebenso zu verhalten, sobald sich eine ähnliche Situation mit anderer Rollenverteilung ergeben sollte." ...

@ilanti @reticuleena
3/3

Und wichtig:

"Eine Solidaritätserwartung unterscheidet sich von einer moralischen Pflicht, die der Adressat, ohne Ansehung nachteiliger Folgen für sich selbst, befolgen soll; sie ist auch keine ethische Wertorientierung, die Freunde, Familienmitglieder oder Nachbarn, also Angehörige eines informellen sittlichen Lebenszusammenhanges miteinander teilen."

blaetter.de/ausgabe/2021/septe

Weniger abstrakt und intellektuell habe ich das mal als kubanisches Sprichwort gelesen:
"Solidarität ist nicht das zu geben, was übrig ist, sondern das zu teilen, was da ist."

@ohrenigel @ilanti Das ist in der Tat eine sehe gute Formulierung. Aber auch ein Habermas liegt manchmal voll daneben. (Vor ca 10 Jahren meinte er, es dauere nicht mehr lange, bis Google und FB vom nächsten Online-Trend ersetzt würden. Das fand ich schon ziemlich naiv.)

Und och sehe das Problem bei Flaßpöhler eher da, dass sie philosophisch argumentiert, aber mit Talkshow-Niveau verstanden wird. Soll heißen, ihr wird ganz viel unterstellt, was sie so gar nicht sagt. In Genauigkeit werden wir als Gesellschaft immer schlechter. Das ist es v.a. was mich nervt. Habermas setzt sich davon etwas ab, indem er erst gar nicht versucht, die Massen zu erreichen, sondern im Elfenbeintum sitzen bleibt. Es würde ihm sicher nicht anders gehen. Ich rechne es Flaßpöhler hoch an, dass sie es versucht.

@reticuleena @ilanti
Tja, wer hat schon immer recht?
Ich bin auch nicht glücklich damit, dass ich seitens der "professionell Denkenden" bisher lediglich bei einem 92-jähriger Elfenbeinturmbewohner das ausgedrückt gefunden habe, was mich umtreibt. Und dieser Aspekt, (dass die zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Zumutungen, die dieses Virus mit sich bringt, an die Grundfesten unseres Gemeinwesens geht), klingt leider auch bei Flaßpöhler nicht mal ganz leise an. Vielleicht erklärt dieses Leerstelle auch die Reaktionen auf ihre Äußerungen - sie sind Ausdruck zunehmender Verzweifelung derjenigen, die nicht nur die Spitze sondern den ganzen Eisberg sehen ...🤷‍♀️
(Disclaimer: Ich habe auch nur den hier verlinkten Kommentar auf Philomag gelesen.)

@ohrenigel Du willst nicht wissen, um welche Uhrzeit mein Handy mich heut früh darauf mit penetranter Nervigkeit hingewiesen hat.

@ohrenigel Die hab ich da mal rein geschrieben. Und leider mit Alarm. ;)

@ohrenigel Jepp. Und der Kalenderalarm geht, wenn man ihn im Halbschlaf wegdrückt aus snooze. Hat ziemlich lange gedauert, bis ich das kapiert hab. Aber das ist ne andere Geschichte.

@reticuleena
Na, dann wünsch' ich Dir heute eine längere und ungestörte Gute Nacht!

@reticuleena Yoh passt, hier wird seit 2 Wochen mit Eimer gespült: Riss im Spülkasten, Reparaturzeitpunkt ungewiss wegen Lieferschwierigkeiten und mangelnden Fachkräftekapazitäten.

Ich suchemaschine jetzt mal vorsichtig, ob in nächster Zeit Welttag der Stromversorgung ist 😨

@ohrenigel Oh Mist. Alles Gute.

Welttoilettentag klingt zunächst komisch, hat aber einen sehr ernsten Hintergrund. Wer keine Sanitäranlagen hat, versteht das sicher gut.
Ich drücke die Daumen, dass ihr bald Land seht.

@reticuleena ich finde, wie immer gab es Licht und Schatten. Den Hinweis auf Schweden fand ich nicht so dolle. Das grundsätzliche Hinterfragen fand ich gut. Eine Talkshow kann eine vertiefte Diskussion nicht leisten.

@sonnenaufgang Welch Wohltat diese Antwort doch ist. Danke. Differenzierte Aussagen sind so rar geworden.
Ich stimme auch nicht allem zu, was Frau Flaßpöhler sagt. Hab ich noch nie. Aber das macht sie ja nicht gleich komplett krude. Mich nervt diese Polarisierung.

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