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Peter Spork

😴 Fliegen sind auch nur Menschen – zumindest wenn es ums Schlafen geht. Junge Fliegen benötigen mehr Schlaf als ältere, und auch Menschenkinder schlafen fast doppelt so viel wie Erwachsene. Kaffee und Aufputschmittel halten die Insekten genauso wach wie uns, Schlafentzug macht sie ähnlich unkonzentriert.

Und wenn Fliegen längere Zeit nicht schlafen dürfen, holen sie das Versäumte genau wie wir mit einer Extraportion extratiefem Schlaf nach. Selbst das Muster der Gehirnströme wandelt sich bei wegschlummernden Fliegen und Menschen auf ähnliche Weise.

💡 Offenbar ist der Schlaf so lebenswichtig, so grundlegend, dass die Biologie seine Basis nicht mehr veränderte, seit der gemeinsame Vorfahr von Fliege und Mensch gelebt hat. „Die Schlafregulation bei Fruchtfliegen stimmt in den meisten, wenn nicht sogar in allen wichtigen Komponenten mit der von Säugetieren überein“, sagt Reto Huber, Schlafforscher an der Universitätsklinik Zürich. ...
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🐈 Alle Tiere schlafen - selbst Fadenwürmer, Flusskrebse und Küchenschaben. Noch ist es zwar nicht bewiesen, aber immer mehr spricht dafür, dass der Schlaf mit der Erfindung der Nervensysteme in die Welt kam. Denn dieses System, vom simplen Nervennetz bis zum hochkomplexen Gehirn, ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal der Tiere. Es scheint auch in besonderer Weise vom Schlaf zu profitieren.

Ohne Schlaf können Gehirne auf Dauer nicht lernen, sie verlieren die Fähigkeit zur Erinnerung, zum kreativen Denken und zur internen Kommunikation. „Schlaf schafft klare Vorteile für das Gehirn“, sagt der Tübinger Schlaf- und Gedächtnisforscher Jan Born, „ausgeschlafenere Menschen sind schlauer als andere“. Auch das gilt übrigens so ähnlich für Fruchtfliegen, was sicher kein Zufall ist, sondern ein zusätzlicher Beleg für die derzeit schlüssigste Antwort auf eine der spannendsten offenen Fragen der Wissenschaft: Müssen wir schlafen, damit unser Gehirn funktioniert? ...
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❓ Aber: Warum bloß stellen wir dann kommende Wochen die Uhren um und rauben uns absichtlich sieben Monate lang fast täglich Schlaf. Weil wir die Uhren verstellen werden, ohne in eine andere Zeitzone zu verreisen, erleben wir immer wieder eine Art Minijetlag. Unsere Biologie geht zur Normalzeit zu Bett, weil unsere innere Uhr sich nach der Sonne orientiert und im Laufe des Tages zurückgestellt hat. Am Morgen aber stehen wir in der Sommerzeit auf, weil unser Wecker keine biologischen Uhren besitzt und sich deshalb nullkommanull für den Lauf der Sonne – die sogenannte Sonnenzeit – interessiert.

💚 Lest jetzt den vierten Teil meiner RiffReporter-Serie über eine neue Zeitkultur: Kampf den Schlafräubern: riffreporter.de/de/wissen/schl
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@riffreporter

Foto: depositphotos / marog/pixcell