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Sporks Science News #135: Was hast du nur erlebt, Oma?

es ist so furchtbar: Laut UNHCR waren alleine im Jahr 2024 mehr als 120 Millionen Menschen auf der Flucht. Auf der ganzen Welt gab und gibt es Kriege, nicht nur in Syrien, Gaza oder der Ukraine. Und Gewalt von Menschen gegen Menschen findet überall statt. Immer. Auch bei uns.

Da wundert es schon, wie wenig die Wissenschaft darüber weiß, was Gewalterfahrungen mit uns machen. Klar gibt es eine Traumaforschung. Und es gibt viele Studien zu Posttraumatischen Belastungsstörungen. Außerdem existieren mit der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie und einem Verfahren namens EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) etablierte Behandlungsmethoden. ...

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@riffreporter

Doch wie schaffen wir es, den schlimmen Folgen vorzubeugen, die Gewalterfahrungen und andere Traumatisierungen für die menschliche Psyche haben können? Wie gelingt es uns, das Phänomen nicht nur zu behandeln, sondern auch zu verstehen? Wie schaffen wir es, Menschen resilienter zu machen – also dafür zu sorgen, dass sie ein Trauma, sei es auch noch so verletzend, möglichst ohne bleibende psychische Schäden überstehen.

Hier setzt zum Glück zunehmend die biopsychologische Grundlagenforschung an. Sie findet Strukturen in unserem Nervensystem und in der Molekularbiologie unserer Zellen, die dazu beitragen, dass negative Erlebnisse keine starren, auf Dauer potenziell krankmachenden Veränderungen unserer Physiologie hervorrufen – oder sie findet andere Elemente, die unsere Anfälligkeit erhöhen. ...
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@riffreporter

Auf diesem Weg tauchen immer mehr Puzzleteile auf. Und ich bin zuversichtlich: Sie werden sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzen, das uns endlich erklärt, was ein menschliches Trauma ist, und was es bei einer bestimmten Person vor deren hochindividuellem Hintergrund für Folgen haben wird.

Wer diesen Newsletter schon länger liest, weiß, dass jetzt ein Verweis darauf kommen muss, dass dieses Bild nur dann vollständig sein wird, wenn wir das genetische Erbe (das Risiko beeinflussende Genvarianten), die aktuelle Umwelt (also auch das Trauma) und die epigenetische Prägung aus der Vergangenheit (das Gedächtnis der Zellen) als systemisches, untrennbares Ganzes begreifen. ...
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@riffreporter

Peter Spork

Noch aber sammeln wir nur einzelne Puzzleteile. Jedes davon ist wichtig. Und deshalb war ich begeistert über zwei sehr traurige aktuelle Studien, die sich mit den Folgen beschäftigen, die Kriegstraumata auf das epigenetische Gedächtnis betroffener Personen haben können.

Beide Studien analysierten Speichelproben, die bei syrischen Geflohenen genommen wurden. Die eine zeigte, dass schon Kinder und Jugendliche als Folge von Gewalterfahrungen eine systematisch veränderte Epigenetik haben. Und die andere zeigte, dass dieses Gedächtnis der Zellen auch an Kinder und Enkelkinder weitergeben werden kann. (...)

Soweit der Anfang meines heute erschienenen Newsletters.

Weiter lest ihr hier: 9jmt.mjt.lu/nl3/KIRkvHpxlP5C1N
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@riffreporter

9jmt.mjt.luSporks Science News #135: Was hast du nur erlebt, Oma?