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War ja gestern den ganzen Tag im Wahllokal und eine Beobachtung wollte ich mit euch teilen: Besonders die Menschen, denen man anhand von stark gebrochener deutscher Sprache oder kulturell hervorstechender (weil wirklich ungewöhnlicher) Kleidung anmerkte, dass sie hier vermutlich noch nicht lange heimisch sind, haben das Wählen sehr ernst genommen und wertgeschätzt. Ich bin seit gestern noch überzeugter, dass es uns sehr gut stehen würde, Menschen die hier leben auch das und demokratische Teilhabe zu geben. Denn damit geben wir diesen Menschen auch eine wichtige Botschaft, die wir im Kindergarten anscheinend nicht alle genug verinnerlicht haben: "Du gehörst du uns. Wir gehörn zu dir. Wenn du Freunde suchst, dann findest du sie hier."
Wie viel das ausmacht habe ich gestern in den Augen dieser Menschen gesehen. Ich wünschte, es wären mehr gewesen.

@reticuleena Na ja, da bust Du aber möglicherweise einer selektiven Wahrnehmung aufgesessen. Du hast ja nur diese "anständigen" Leute gesehen, die anscheinend schon Wahlrecht haben. Nicht die anderen.

Möchtest Du zulassen, dass eine Horde, sagen wir, hinterfernistanischer Nazikommunisten 🤔😉 ankommt und sofort wählt, worauf sie Lust hat? Oder traumatisierte Flüchtlinge aus Transschlimmien, die den erstbesten ankreuzen, der ihnen irgendwas verspricht?

Demokratie muss erlernt werden.

@datenritter Und wie soll man das lernen, wenn man nicht mitmachen darf? Irgendwo muss man ja anfangen. Z.B. in Lokalparlamenten. So wie zur BVV ja auch mehr Leute wählen durften.

datenritter :debian:

@reticuleena Da hast Du natürlich Recht, aber vielleicht sind so Sachen wie Einbürgerungskurse etc. doch eine gute Idee. Natürlich eine komische Vorstellung, wenn es um eine Schwedin oder einen Schweizer geht. Jedenfalls würde ich die Staatsbürgerschaft voraussetzen, weil die mit Rechten und Pflichten einhergeht. Du brauchst halt irgendeine Trennung zwischen In- und Outgroup, um Deine Werte zu schützen - aber man will sie natürlich auch vermitteln. Hmm, schwierig.

@datenritter So lange es so viele Menschen gibt, die nur geduldet sind, die aber dauerhaft hier leben, finde ich es nicht gut, dass an die Staatsbürgerschaft zu ketten. Das ließe sich natürlich auch über die Änderung der Staatsbürgerschaftszuteilung lösen. Aber damit geht ja noch mehr einher. Da ist das Wahlrecht wohl leichter zu regulieten. V.a. könnte man dann (wie es ja geschieht) auch erst mal langsam rantasten und z.B. nur für Wahlen in lokale Parlamente anfangen. Aber insgesamt könnten wir da ruhig etwas mutiger sein.
Klar, dass man da irgendwo ne Grenze ziehen muss. Aber ich finde, dass Menschen, die dauerhaft wo leben dort auch Möglichkeiten zur Mitbestimmung kriegen müssen. Sonst kann man nie zusammen wachsen und es bleibt immer ein Gefühl von nicht dazu gehören. Und es gibt halt sehr viele, die dauerhaft ohne Staatsbürgerschaft hier leben. Das finde ich gefährlicher (weil starkes Ausgrenzungssignal).

@reticuleena @datenritter *nickt zustimmend*

Ich bin ja dafür dass jede*r welche*r sich 5 Jahre in Deutschland für gewöhnlich aufhielt ein Anrecht auf Einbürgerung haben sollte - unabhängig von Alter und Herkunft.

Leider darf man Neonazis nicht gegen deren Willen ausbürgern außer diese haben eine andere Staatsbürgerschaft, aber wer will die schon aufnehmen oder gar einbürgern?

@kkarhan Irgendein Comedian hat vor langer Zeit mal gesagt: "Kurdenbärtchen ankleben und abschieben!" Nun ja… @reticuleena